WAS BEDEUTET BIPOLAR?

Das Krankheitsbild: Die bipolare Störung zeichnet sich durch Schwankungen der Stimmung und des Antriebs zwischen Depression, Hypomanie und Manie aus. Die Schwankungen und Gefühlsverfassungen sind bei jedem von uns unterschiedlich, sowohl in ihrer Intensität wie in ihrer Dauer und ihrer Häufigkeit.



Die Manie und die Hypomanie

Die Manie ist ein Zustand starker innerer Unruhe. Unsere Stimmung ist teils sehr gehoben, teils gereizt, wir verlieren Hemmungen, machen die Nacht zum Tage, überschätzen und verausgaben uns, unsere Gedanken purzeln, wir reden viel.

 

In manischen Phasen treffen wir bisweilen schwerwiegende Entscheidungen: Manche von uns geben das Geld mit beiden Händen aus oder beenden Beziehungen. Die Konsequenzen sehen wir meist erst später.

 

Die Hypomanie ist eine Manie in abgeschwächter Form, die manchmal schwer zu erkennen ist.

 

Eine manische oder hypomanische Episode kann sich gut anfühlen. Sie ist trotzdem nicht gut für uns. Das Hoch trägt meist das nächste Tief schon in sich.


Therapie

Die bipolare Störung gilt vorerst als nicht heilbar, aber doch als behandelbar. Unsere Krankheit fordert uns heraus: Sie fordert, dass wir uns besser kennenlernen, dass wir herausfinden, was uns gut tut und wo unsere Grenzen liegen. Wir können lernen, Warnzeichen selbst zu erkennen, unsere Stimmungen selbst zu lenken und Hilfe rechtzeitig einzufordern und anzunehmen.

 

Als Betroffene wollen wir möglichst wenige, möglichst kurze, möglichst erträgliche depressive und manische Phasen erleben: Dabei hilft meist ein Zusammenspiel von günstigen Einflüssen.

 

Gute Faktoren können sein: die Vermeidung von Stress, ausreichend Schlaf, Menschen, die uns nahestehen; die richtigen Medikamente in der richtigen Dosierung, Sonnenlicht, eine Therapie; die Aneignung von Wissen über unsere Krankheit und über uns selbst, Selbstbeobachtung und rechtzeitiges Gegensteuern; der Besuch einer Selbsthilfegruppe


Die Depression

Während einer Depression sind unsere Gedanken trüb und mutlos. Wir fühlen uns minderwertig, schuldig und unverstanden, nichts interessiert uns, nichts treibt uns an. Wir verlieren das Zeitgefühl und die Hoffnung auf Veränderung. Wir sind erschöpft und schlafen zu viel oder zu wenig. Manchmal stellt sich eine große Leere ein. Manchmal sind wir des Lebens überdrüssig.

 

In den letzten Jahren ist das gesellschaftliche Verständnis für Depressionen gestiegen. Das ist ermutigend, denn so gibt es auch mehr und bessere Hilfsangebote.


Weiterführende Informationen:

Rapid Cycling, Mischzustände…: Die bipolare Störung kann viele Gesichter haben. Die ausgewählte Fachliteratur und die Webseite der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V., kurz DGBS, www.dgbs.de bieten Infos.